Einladung zur Ausstellung am 19. Nov. 2019 durch Otto Herz: „Inklusion ist eine Haltung.“

Zur Austellungseröffnung am 19. November 2019 um 13.00 Uhr in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig im Rahmen des 19. IP-Building Forums durch den Reformpädagogen, Autor und Dipl. Psychologen Otto HerzInklusion ist eine Haltung.

„Inklusion ist eine Haltung. Eine Haltung, aus der Handlungen erwachsen. Für die Haltung Inklusion sind bestimmte Werte bestimmend. Die Werte lassen sich in einfachen Sätzen sagen: Grund-Sätze. Die Werte umzusetzen, mag nicht immer ganz einfach sein. Denn inklusive Haltungen und Handlungen sind radikal: sie gehen an die Wurzeln (radix, lat.: die Wurzel). An die Wurzeln unseres Menschen-Verständnisses, an die Wurzeln unserer Menschheits-Vorstellungen. Darum ist das Inklusive Denken und Handeln auch grund-gelegt in einer Konvention der Vereinten Nationen, der UN.

Inklusion ist ein weites, ein allumfassendes Menschen- und Welt-Verständnis. Das weite Inklusionsverständnis darf nicht auf ein enges reduziert werden. Das weite Inklusionsverständnis meint: Alle können mit Allen in all ihrer Unterschiedlichkeit frei und fröhlich, selbst-bestimmt und sozial-verantwortlich zusammen leben, zusammen lernen, zusammen arbeiten – zusammen sein.

Inklusion und Integration sind zweierlei. Inklusion darf mit Integration nicht verwechselt werden. Inklusion auf Integration zu reduzieren, wird dem Menschenrecht auf Inklusion nicht gerecht.

Warum meinen Integration und Inklusion etwas grundsätzlich Verschiedenes?

Integrieren kann ich nur Jemanden oder etwas, der*die oder das vorher ausgesondert wurde. Integration ist immer ein nachträglicher Vorgang.  Der Integration ist die Aussonderung immer vorangegangen.

Inklusion meint: es wird nicht mehr ausgesondert. Alle in aller ihrer Unterschiedlichkeit leben, lernen, arbeiten: mittendrin in der Fülle des Seins. Grund-sätzliche Werte von Inklusion sind: Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder Mensch ist ein Original. Wer aus Originalen Kopien machen will, gefährdet die Menschlichkeit des Menschen. Er oder sie handelt – das mag sehr hart klingen – tendenziell un-menschlich, jedenfalls nicht menschen-gerecht. Jeder Mensch ist kompetent. Ja: jeder Mensch ist außer-ordentlich hoch begabt. Jeder Mensch hat seine Stärken. Jeder Mensch hat seine Schwächen. Die Stärken lassen sich stärken, die Schwächen lassen sich schwächen. Wilfried Steinert, der Inklusions-Experte, sagt:„Wenn wir den Menschen nicht auf seine Mängel fixieren, sondern ihn in seinen unerschöpflichen Ressourcen sehen, können wir Zukunft gestalten.“

Lothar Brozio spricht von einer Könnens-Kultur, die unser Denken und Handeln prägen möge. Aus der Einzig-ART-igkeit jedes Menschen folgt, dass menschliche Gemeinschaften immer vielfältig sind. Homogenität ist eine Fiktion. Heterogenität ist Normalität. Die normale Vielfalt und die Normalität der Vielfalt ist jeder Einfalt überlegen. Um der Einzig-ART-igkeit aller Menschen gerecht zu werden, dürfen wir Menschen nicht an vorgegebene Systeme anpassen. Wir haben Systeme mit und für die Menschen so zu gestalten, dass sich alle Menschen in ihnen für sich und gemeinsam – optimal – entfalten können.

Wie sehen nun konkrete Handlungen aus, die aus der inklusiven Haltung erwachsen?

Angesichts der prinzipiellen Vielfalt des Menschen und der Menschheit kann es keine geschlossenen und auch keine abschließenden Handlungskataloge geben. BeSINNung und NeubeSINNung sind immer und immer wieder angesagt. SINNvestieren geht jedem anderen Investieren sinnvollerweise voraus.“

Quelle und weitere Informationen: www.bildung-neu-denken.de

Profitieren Sie in Ihrer Planung und Umsetzung zum Themenfeld Inklusion in unserem 19. IP-Building Forum am 19. November 2019 in der Schaubühne Lindenfels  von Experten persönlich. Treffen Sie Otto Herz und andere Kompetenzträger zu Inklusion und Barrierefreiheit.

Hier die Links zu Einladung und Programm.