Energieeffizienz: die größte Teilmenge im Klimaschutz

Prioritäten, Konzepte und Maßnahmen der hessischen Landesregierung mit besonderem Bezug zum Planen und Bauen

Energie muss sicher, sauber und bezahlbar sein – Um mit dem letzten Punkt zu beginnen, sollen hier zunächst einige Schlaglichter die aktuelle Situation beleuchten: Seit 2001 steigt der Ölpreis beständig; er sit jetzt bei fast 100 Dollar pro Barrel angekommen. Auf Dauer wird er nicht mehr unter 50 Dollar fallen. Ähnliches – mit zeitlichem Abstand – gilt für die Gaspreise.

Die Preise für Strom waren nach der Liberalisierung zunächst gefallen, befinden sich aber seit 2002 auch wieder im starken Aufwärtstrend. Industriestrom kostet im Durchschnitt zur Zeit 8 Cent pro Kilowattstunde.

Die verfügbaren Gesamtreserven an Erdöl sind heute um 80 Prozent höher als 1980; die Reserven für Erdgas stiegen in diesem Zeitraum sogar um das Doppelte. Der weltweite Energieverbrauch ist in diesem Zeitraum um über 50 Prozent höher gestiegen. Der enorme „Energiehunger“, den die Entwicklungs- und Schwellenländer entfalten werden, um auch zu Wohlstand zu kommen, ist darin noch nicht abgebildet.

Die Belastung mit Treibhausgasen beläuft sich inzwischen auf fast 30 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente weltweit. Europa steuert dazu 14,5 Prozent bei, Deutschland 3,4 Prozent. Pro Kopf der Bundesbürger beträgt der Ausstoß an CO2 zur Zeit 10 Tonnen pro Jahr.

Die Treibhausgasemissionen müssen bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, um die noch tolerierbare Erwärmung von 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten. Dies lässt für jeden Bürger weltweit drei Tonnen an CO2-Emissionen zu.

Dies veranschaulicht, dass das klassische Zieldreieck der Energiepolitik – Versorgungssicherheit, Preisgünstigkeit und Umweltfreundlichkeit der Energieversorgung – eine echte Herausforderung für unsere Volkswirtschaft, aber auch für jeden einzelnen von uns darstellt.

Es erscheint dabei wenig nützlich, wenn man ein Ziel gegen das andere ausspielen würde. Nur noch sogenannte „ökologische Energieversorgung“ oder gar nur noch Nutzung erneuerbarer Energien würde dazu führen, dass wir uns diese „ökologischen Systeme“ nicht mehr oder zumindest nicht mehr alle leisten können. Die wirtschaftlichen und sozialen Konflikte, die daraus resultieren würden, kann man sich unschwer vorstellen.

Auch nicht weit führe die Konzentration auf bestimmte Techniken bzw. der Ausschluss von anderen Techniken. Nur ein breiter Energiemix unter Einschluss von Kernenergie und Kohle wird uns allen drei Zielen näher bringen.

Außerdem sollten wir keinesfalls unser marktwirtschaftliches Fundament verlassen. Den Wettbewerb hin zu ökonomischer und ökologischer Energienutzung verbessern und stimulieren, dies wird der beste Weg zum Erfolg sein. Dafür setzt sich der hessische Wirtschaftsminister Dr. Rhiel besonders ein.

Die Landesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm für die noch laufende Legislaturperiode ein eigenes, quantifiziertes Ziel gesetzt, nämlich den Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch (ohne den Verkehrssektor) bis 2015 auf 15 Prozent zu erhöhen.

Dieses Ziel hat zwei Seiten: Zum einen müssen wir die absolute Menge an erneuerbaren Energien steigern. Dies tun wir mit Schwerpunkt auf der energetischen Nutzung der Biomasse. Die andere Seite der Medaille ist jedoch die Basisgröße, der Endenergieverbrauch. Dieser muss erheblich gesenkt werden, um den entsprechenden Prozentanteil erreichen zu können.

Damit sind wir beim zweiten Teil der Überschrift „Energieeffizienz als größte Teilmenge beim Klimaschutz“.

Die Energienutzung gewinnt immer dann an Effizienz, wenn der gleiche Energiebedarf mit weniger Primärenergie gedeckt werden kann. Energieeffizienz ist, anders gesagt, der Ersatz von Brennstoff durch Intelligenz, Wissen und Technik.

Energieeffizienz führte ja lange Zeit ein Mauerblümchen-Dasein im Schatten der erneuerbaren Energien, die im Scheinwerferlicht standen und immer noch stehen. Das war ganz unverdient, denn das Potenzial ist – zumindest derzeitig noch – sehr viel höher als das der erneuerbaren Energien.

Wissenschaftler schätzen, dass zwei Drittel bis drei Viertel der notwendigen Reduzierung unserer Treibhausgasemissionen durch Energieeffizienz zu erbringen sind.

Man kann noch ein Stück weiter gehen und sagen, dass die Ausschöpfung des wirtschaftlichen Effizienzpotenzials auf Dauer sogar die Voraussetzung ist für die breite Nutzung der erneuerbaren Energien mit ihren vergleichsweise teuren Systeme und der dazu notwendigen Infrastruktur, um sie ihrerseits ebenfalls effizient zu nutzen. Platt gesagt, erneuerbare Energien kann man sich auf Dauer und in breiter Anwendung nur leisten, wenn man vorher alle Möglichkeiten der Energieeffizienz genutzt hat.

Die hessische Landesregierung unterstützt deshalb auch die entsprechenden Zielsetzungen auf Bundes- und EU-Ebene, die Energieproduktivität bis 2020 um 20 Prozent (gegenüber 1990) zu erhöhen.

Was sie allerdings nicht unterstützt, sind die Bestrebungen des Landes Baden-Württemberg und des Bundes, mittels Gesetz erneuerbare Energien in den Wärmemarkt praktisch einzuzwängen.

Diese Gesetzentwürfe sind eine anschauliche Illustration, wie der Pfad der Marktwirtschaft unnötig verlassen wird und man damit in die falsche Richtung steuert.

An erster Stelle sollte die Reduzierung des Wärmebedarfs durch möglichst kostengünstige Maßnahmen stehen. Dann kann man anschließend überlegen, ob der Restbedarf durch die verhältnismäßig teuren Versorgungssysteme auf Basis der erneuerbaren Energien gedeckt werden soll. Denn der Einsatz beispielsweise einer solarthermischen Anlage ändert ja nichts am hohen Heizwärmebedarf des Hauses. Im Gegenteil wird sich der Hauseigentümer bei diesen Vorgaben überlegen, ob er die Modernisierung überhaupt in Angriff nehmen soll. Er wird praktisch daran gehindert, wirtschaftlich zu verfahren, wenn er von vorneherein mit solch hohen Kosten belastet wird.

Auf diese Weise kommen wir an das hohe Effizienzpotenzial, das im Gebäudebestand steckt, nicht heran, sondern verschrecken eher die Investoren.

Wenn es um die konkreten Potenziale geht, soll im Folgenden kurz auf den Gebäudebereich als Beispiel eingegangen werden. Rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in der BRD werden für Raumheizung und Warmwasserbereitung verwendet. Durch baulichen Wärmeschutz und Einsatz moderner Gebäude- und Anlagentechnik kann dieser Verbrauch um die Hälfte reduziert werden. Dadurch könnten die CO2-Emissionen in Deutschland jährlich um rund 50 Millionen Tonnen gemindert werden. Und diese Maßnahmen sind wirtschaftlich mit überschaubaren Zusatzkosten für die Einspartechnik, und selbstverständlich nicht mit Komfortverlusten verbunden. Im Gegenteil erhöhen sich Wohnkomfort und Behaglichkeit.

Wir haben als Landesregierung ein einfachen, leicht merkbaren Pflock eingeschlagen und streben im Wohngebäudebestand das 10-Liter-Haus als Standard an. Das heißt, die bestehenden Wohngebäude sollten so modernisiert werden, dass der Verbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche 10 Liter Heizöl oder 10 Kubikmeter Erdgas im Jahr nicht überschreitet. Heute sind es im Durchschnitt 20 Liter.

Im Neubau können wir dieses Niveau natürlich noch weiter unterschreiten. Ein Passivhaus hat nur noch einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, das entspricht 1,5 Liter Heizöl.

Energieeffizienz ist eine lohnende Sache nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Volkswirtschaft. Ein kurzer Blick auf die hessischen Verhältnisse zeigt dies. In Hessen gibt es rund 2,8 Millionen Wohnungen, die Hälfte davon sind Gebäude mit drei und mehr Wohnungen. 14,5 Millionen Tonnen CO2 werden jährlich ausgestoßen, um diese Wohngebäude zu beheizen und ihre Bewohner mit Warmwasser zu versorgen.

Wenn Gebäude modernisiert werden, dann geschieht dies oftmals – energetisch gesehen – nur halbherzig. Das Institut Wohnen und Umwelt schätzt den Anteil des Wohngebäudebestands, der pro Jahr vollständig wärmegedämmt wird, auf 0,75 Prozent in Hessen. Das ist ein beklagenswert niedriger Wert; denn wir müssten 130 Jahre abwarten, bis wir den Bestand in Hessen energetisch zufriedenstellend saniert hätten.

Wenn wir diese sogenannte energetische Modernisierungsrate auf 2,5 Prozent anheben könnten, wäre damit ein jährliches Investitions- und damit Marktvolumen in Hessen von 1,67 Milliarden Euro verbunden. Man schätzt, dass pro Milliarde Euro etwa 25.000 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden können.

Daran sieht man, dass wir nicht nur energetisch ein hohes Interesse an der Energieeffizienz haben müssen, sondern dass wir hier genauso ein wirtschaftspolitisches Pfund in der Hand halten, mit dem wir wuchern sollten. Ein etwa ebenso großes Potenzial steckt im Strombereich.

Energieeffizienz hat, wie wir gesehen haben, eigentlich nur Vorteile: neben den Beiträgen zu den energiepolitischen Zielen erhebliche positive Effekte auf Wirtschaftskraft und -struktur, die sich zudem nicht auf die Ballungsräume beschränken, sondern gleichmäßig über das Land verteilen. Dies ist vom Grundsatz her lange schon bekannt.

Bei diesen vielen Vorteilen verwundert es, weshalb dieses Potenzial nur zögerlich angegangen und ausgeschöpft wird. Dafür gibt es viele Gründe. Wesentlich scheint mir zu sein, dass sowohl die potenziellen Investoren als auch die planenden und ausführenden Unternehmen zu wenig informiert sind, die Investoren über ihren Energieverbrauch, alle über die technischen Möglichkeiten und über die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen.

Hier setzen wir mit unseren Maßnahmen an, und damit bin ich beim dritten Punkt, die Prioritäten, Konzepte und Maßnahmen der hessischen Landesregierung mit besonderem Bezug zum Planen und Bauen.

Im Energiebericht 2006 der Landesregierung wird eine umfassende Darstellung aller Konzepte und Maßnahmen gegeben. Im Folgenden sollen nur die Maßnahmen zum Planen und Bauen für Wohngebäude kurz genannt werden. Dabei sind wir in Frankfurt, dem Veranstaltungsort des TIP-Forums, am richtigen Ort, nämlich der Passivhauptstadt Europas, wahrscheinlich auch der Welt.

Das Passivhaus-Konzept ist von der hessischen Landesregierung aus über fast zwei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich gefördert und begleitet worden. Über 10.000 Wohneinheiten in Passivhaus-Bauweise gibt es inzwischen in Europa, die meisten davon in Deutschland.

Der Arbeitskreis „Kostengünstige Passivhäuser“ bildet seit 1996 den Rahmen für die technische und methodische Weiterentwicklung der Bauweise und der einzelnen Komponenten einerseits und für die Vermittlung des Wissens an die Architekten und Planer andererseits. Dass beides – Weiterentwicklung der Techniken und Wissensverbreitung – möglichst miteinander verbunden und zeitnah geschieht, halten wir für sehr wichtig. Denn die beste Technik kann nicht zur Energieeffizienz beitragen, wenn sie nicht fachgerecht angewandt wird.

„Kostengünstige Passivhäuser“ ist kein leeres Schlagwort mehr, sondern Realität geworden: Die Mehrkosten betragen heute beim Neubau etwa noch 5 Prozent. Damit befinden wir uns im Unschärfebereich der Baukosten. Diese Mehrkosten amortisieren sich während der Nutzungsdauer des Hauses, und der Bauherr kann jede Energiepreissteigerung relativ gelassen zur Kenntnis nehmen. Diesen Arbeitskreis und die damit verbundene Arbeit des Passivhaus Instituts unterstützen wir mit wechselnden Partnern aus Energie- und Wohnungswirtschaft.

Als neuen Schwerpunkt bei der Förderung haben wir die Passivhaus-Modernisierung in Angriff genommen. Zwei Projekte in Frankfurt und Hofheim sind bereits realisiert, ein weiteres hier in Frankfurt steht vor dem Beginn. Es handelt sich dabei jeweils um bestehende Wohngebäude, die auf hocheffizienten Standard modernisiert worden sind. Das Frankfurter Vorhaben in der Friedrich-Ebert-Siedlung ist vermutlich bekannt. Das Vorhaben in Hofheim bezog sich auf drei baugleiche Zweifamilienhäuser, wovon eines auf Passivhaus-Standard saniert wurde. Dabei wurden Vakuum-Isolationspaneele, die in Großelementen gefertigt worden sind, erstmals bei der Wohngebäude-Modernisierung erprobt. Vakuum-Isolationspaneele in Großelementen bieten grundsätzlich sehr gute Chancen für eine kostengünstige Modernisierung (geringer Platzbedarf durch Vakuumdämmung, standardisierte Fertigung). Hier ist allerdings noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten, was wir gerne auch in Hessen angesiedelt sehen möchten.

Im nächsten Jahr werden wir die Förderung der Passivhaus-Modernisierung auch auf die Nicht-Wohngebäude ausdehnen und hoffen hier insbesondere auf Projekte in Schulen. Der Erweiterungsbau der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld zeigt, dass der Schulneubau in Passivhaus-Bauweise nicht nur in der Metropolregion Frankfurt möglich ist, sondern in ganz Hessen. Schulen stellen ja ein besonders geeignetes Demonstrationsobjekt dar. In den meisten Schulgebäuden kann viel Energie eingespart werden. Die Schule ist neben dem Elternhaus der zweite wichtige Lernort für die junge Generation. Dort Energieeffizienz zu demonstrieren, ist uns ein besonderes Anliegen nicht nur bei diesem Förder-Schwerpunkt, sondern generell.

Wir kümmern uns nicht nur um die investiven Vorhaben, sondern machen uns auch Gedanken um die „Peripherie“. Es macht wenig Sinn, dass die Heizkostenabrechnung im Passivhaus modernisierten oder gebauten Geschosswohnungsbau wie üblich vonstatten geht. Denn bei Heizkosten von 5 Euro monatlich pro Wohnung kommt der Aufwand für die Zähler, die Ablesung und Abrechnung leicht höher als die eigentlichen Heizkosten. Wir haben deshalb das Institut Wohnen und Umwelt gebeten, hier Vorschläge zu entwickeln, wie unbürokratisch verfahren werden kann.

Wie gesagt, ist Energieeffizienz Technik plus Intelligenz plus Wissen. Die letzten beiden Faktoren zu fördern, dienen unsere Maßnahmen zur Information und zur Bildung. Um das Stichwort „Bildung“ aufzugreifen, verweise ich insbesondere auf unsere Lernmaterialien, die wir zusammen mit dem Hessischen Kultusministerium für ausgewählte Lernfelder der beruflichen Ausbildung zum Anlagenmechaniker und Elektroniker erarbeiten lassen und herausgeben.

Im Mittelpunkt unserer Informationsmaßnahmen steht die Hessische Energie-Spar-Aktion. Dies ist eine Kooperation zur Förderung der Energieeinsparung bei Alt- und Neubauten in Hessen mit dem Schwerpunkt der energetischen Wohngebäude-Modernisierung. Ziel ist das schon erwähnte 10-Liter-Haus im Bestand. Bei der Hessischen Energie-Spar-Aktion arbeiten rund 40 Verbände, Kammern, Hochschulen und Unternehmen mit.

Ein Schlüssel dazu ist der Energiepass Hessen und weitere immobilienspezifische Informationen.

„Energiepass“ ist ein viel strapaziertes Wort in den letzten Jahren gewesen. Er wurde übrigens in Hessen vom Institut Wohnen und Umwelt erfunden. Mit dem Energiepass Hessen ist nicht der jetzt demnächst erforderliche Pflichtausweis bei neu zu vermietenden oder zu verkaufenden Gebäuden gemeint, sondern ein echter Beratungspass. Damit wollen wir uns vor allem an die große Gruppe der Einfamilienhausbesitzer wenden, die ihr Haus weder vermieten noch verkaufen wollen, aber doch dafür zu interessieren sind, ihr Haus „energetisch zukunftsfest“ zu machen. Mit dem Energiepass Hessen erhält der Eigentümer die notwendigen Entscheidungsgrundlagen für eine wirtschaftliche Modernisierung.

Nachhaltige energetische Modernisierung entlastet den Hauseigentümer bei den Energiekosten. Seine Immobilie erfährt gleichzeitig eine Wertsteigerung, was sich spätestens dann günstig auswirkt, wenn das Haus doch einmal vermietet oder verkauft werden muss. Darüber hinaus steigern sich Komfort und Wohnbehaglichkeit im Winter und Sommer.

Auf unseren weiteren Informationsservice für Verbraucher will ich jetzt nicht im Einzelnen eingehen, Sie finden dies alles auf unserer Internetseite. Aber zwei neue Aktivitäten der Landesregierung verdienen doch Erwähnung.

Da ist zum einen unser neues Förderprogramm „Energieeffizienz im Mietwohnungsbau“, das wir gemeinsam mit der LTH-Bank für Infrastruktur Ende Oktober mit einer sehr erfolgreichen Eröffnungsveranstaltung gestartet haben.

Dabei geben wir eine zusätzliche Zinsverbilligung von einem Prozent bei den besonders nachhaltigen Modernisierungen – das Neubauniveau der Energieeinsparverordnung muss schon erreicht werden – bzw. beim Bau von Passivhäusern. Beides wird ja durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen von deren Programmen gefördert. Wir hängen uns an diese Programme an und gewährleisten somit auch eine schnelle und unbürokratische Handhabung. Das Programm bezieht sich auf den Mietwohnungsbau, das heißt Wohngebäude mit mehr als drei Wohneinheiten. Antragsberechtigt ist jeder Eigentümer eines solchen Gebäudes. Die LTH-Bank für Infrastruktur nimmt Ihre Anträge gerne entgegen.

Im Mietwohnungsbau stößt die Umsetzung der energieeffizienten Maßnahmen auf besondere Schwierigkeiten, die man mit dem Begriff „Investor/Nutzer-Dilemma“ nur unzureichend erfasst. Deshalb haben wir mit dem neuen Programm einen Schwerpunkt in diesem Sektor gesetzt, um vor allem auch das Wissen um das „Wie setze ich wirtschaftliche Maßnahmen in der Praxis um?“ zu verbreiten.

Dann darf ich noch auf die geplante Kampagne der Umweltallianz Hessen hinweisen: „Die Umweltallianz führt ein in das Passivhaus“. Dazu wollen wir Informationen bereitstellen und Aktionen durchführen bis zum Internationalen Passivhauskongress im April 2009, der ja dank unserer Initiative und Unterstützung in Frankfurt stattfinden wird. Wir begrüßen es sehr, dass bei dieser Kampagne die ABG Frankfurt Holding aktiv teilnehmen wird; wer könnte die Vorteile der Passivhaus-Bauweise besser demonstrieren als die ABG?

Zusammenfassend begreift die hessische Landesregierung das Thema „Energieeffizienz“ als produktive Herausforderung, als Chance für die hessische Wirtschaft, auf dem Feld der effizienten und innovativen Techniken tätig zu werden, neue Märkte zu schaffen und offensiv zu besetzen.

Autorin: Gabriele Purper
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung