Wir sin berufen Archithekten unserer Zukunft zu sein und nicht ihre Opfer

LernOrte ? Das prallt auf eine Struktur, die dafür nicht gedacht war – schaffen wir neue Räume!

Schulen als Lebenslernorte begreifen. Das prallt auf eine Struktur, die dafür nicht gedacht war – schaffen wir neue!

Ein Gespräch mit Silke Weiss Geschäftsführerin LernKulturZeit ,  Initiatorin und Veranstalterin des Symposiums Bildung und Bewussein sowie Mitgestalterin 17. IP-Building Dialog Forum am 12.05.2018 auf Schloss Tempelhof. Geführt wurde das Interview von Alfred Fuhr, dem bekannten  Frankfurter Soziologen.

Alfed Fuhr: Frau Weiss, ich habe mir neulich ein neues Festnetz Telefon gekauft, mit der Folge, dass ich mir nun neben ganz vielen Änderungen, die ich am Router, bei meinem Telefonprovider vornehmen musste, auch einen neuen Kopfhörer, mit Bluetooth Technologie kaufen muss, um wieder so arbeiten zu können, wie vorher, was für ein Schwachsinn, entweder bleibt alles wie es ist oder man muss komplett alles erneuern.

Silke Weiss: Willkommen in der Realität, das muss ich den Schulen auch tagtäglich vermitteln, dass es leider nicht so bleibt, wie es einmal war.

 Alfed Fuhr: Aber die Komplexität ist eben auch nicht immer segensreich, ich habe mir ihren Beitrag auf IP-Building Blog  angesehen, wo sie über die Alemannen Schule berichten, anhand derer Sie Ihre Arbeit mit Schulen vorstellen und bin schon sehr begeistert, muss ich sagen,

Silke Weiss:  genau, die Alemannenschule

Alfed Fuhr: Ich habe nun den Auftrag für das Dossier für die Teilnehmer, andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sie wahrscheinlich auf Schloss Tempelhof antreffen, ein bisschen vorzustellen.

Silke Weiss: Okay.

Alfed Fuhr:  : Und meine erste Frage, sie kennen das, wie bei einer Vorstellungsrunde, ich möchte aber was anderes, ich möchte eigentlich von Ihnen wissen, ob Sie sich an Ihr größtes, bestes, eindrücklichstes Lernerlebnis erinnern können, im Rahmen ihrer Vorstellung?

Silke Weiss: Ein Lernerlebnis, im Sinne von persönlichem Lernen, oder von…

Alfed Fuhr: ja, wie man so sagt, der Volksmund hat da so einen wunderbaren Ausdruck dafür: Da habe ich eine ganze Menge gelernt, ja damit beschreiben wir ja solche Erlebnisse, und wir haben ja in der Sprache keine Unterscheidung, entweder haben wir durch einen Nachteil oder einen Schmerz was gelernt, oder wir haben positiv etwas gelernt, an was wir uns erinnern können, und eines der beiden Erlebnisse, das würde mich interessieren.

Silke Weiss: Ich lerne so viel und ständig (lacht). Ich bin, glaube ich, ein Lernjunkie!
Also ich war Schülerin auf einem katholischen Mädchengymnasium. Und wir hatten als Direktorin eine Nonne. Schwester Maria Hedwig Fritzen. Sehr kompetent. Sehr klug. Und sehr strikt. Es gibt zwei Erlebnisse, die ich mit dieser Frau verbinde, wo ich viel über mich, über Führung, und über gute Schule gelernt habe. Ein Erlebnis war auf dem Schulfest ich war damals glaub ich in der 5. oder 6. Klasse. Man sollte, wenn man in einer Veranstaltung drin war, nicht wieder hinaus gehen, weil das ja stört. Ich war also in der Turnhalle, die Veranstaltung hatte angefangen, es hatte mir nicht gefallen und ich wollte wieder weg. Und an der Tür stand Schwester Maria Hedwig Fritzen. Zu ihr sagte ich: „ ja ja ich komme gleich wieder, ich muss mal auf Toilette“, und damit hin ich raus, und kam natürlich nicht wieder. Als ich dann irgendwann, vielleicht eine  Stunde später immer noch auf diesem Schulfest herum lief,  unter 900 anderen Schülerinnen, kam Sie auf mich zu, und sprach mich persönlich streng an: „Du wolltest doch wieder kommen. Ich habe dich nicht wieder rein gehen sehen!“ Und das war mir so peinlich, ich habe mich so geschämt. Und gleichzeitig war ich auch so beeindruckt von dieser Frau, weil sie sich Menschen merken konnte, ich glaube, sie hat mich sogar mit meinem Namen angesprochen. Und sie kannte tatsächlich alle Namen der Kinder auf dieser Schule, sie wusste also wer wer ist! Sie hat mit jedem dieser 900 Mädchen einen persönlichen Kontakt herstellen können. Das hat mich sehr beeindruckt, denn ich glaube, das hat sehr viel von der Qualität ausgemacht, die an dieser Schule herrschte. Das Persönliche, Verbindliche, und das Bezogene. Dann gab es noch ein zweites Erlebnis, da war ich schon in der Oberstufe und war Oberstufensprecherin. Normalerweise sind alle 12.Klassen zu Besinnungstagen ins Kloster gefahren. Das fanden wir aber alle so öde, da wollten wir nicht hin.

Alfed Fuhr: Wo sind wir da ungefähr, in welchem Jahr?

Silke Weiss: Das war, 1989, so ungefähr, und dann haben wir gesagt, wir sind ein Bio – Leistungskurs, wir wollen in eine Umweltjugendherberge, wir wollen forschen. (lacht) und damit sind wir zur Direktorin. Normalerweise gibt es keine Ausnahmen. Das waren einfach sehr strikte Regeln,

Alfed Fuhr: Alternativlos

Silke Weiss: Alternativlos. Und dann sagte sie: „Gut, wenn Sie da unbedingt hin wollen, dann braucht es ein detailliertes Programm, was Sie genau da machen wollen.“ Dann wolle sie sich das anschauen und dann darüber reden. Und dann haben wir wirklich losgelegt, unser Bio- Leistungskurs, wir haben uns einen tollen Ort gesucht, haben ein Programm zusammen gestellt, mit Gewässeruntersuchung, Mikroskopieren, also diese Tage durchgeplant, und sind damit zu ihr gegangen. Sie hat es sich angeschaut,Tja, alle anderen zwölften Klassen sind dann zu den Besinnungstagen ins Kloster gefahren und wir waren in der Umweltjugendherberge auf dem Hoherodskopf. Da habe ich gelernt, dass es ich lohnt sich zu engagieren, und sich für etwas einzusetzen, und dass man dann auch starre Strukturen mit guten Ideen verändern kann.

Alfed Fuhr: Mmh, Mmh, ja und wenn man von etwas überzeugt ist,

Silke Weiss: Ja!

Alfed Fuhr: Und wenn man Unterstützung bekommt, und wenn es nicht, was ich glaube, dass das für unsere Generation typisch ist, es darf nicht gleich die Tür offen sein, es muss auch so ein bisschen was von einem gefordert werden. Ja, es muss auch eine kleine Hürde, oder eine mittlere Hürde muss schon da sein, sonst strengt man sich auch nicht so wirklich an.

Silke Weiss: Mmh.

Alfed Fuhr: Es darf aber auch nicht aussichtslos sein,

Silke Weiss: Genau.

Alfed Fuhr: also wenn man den Eindruck hat, ich renne hier dauernd gegen eine Wand, ich bin beim letzten Mal wieder dagegen gerannt, dann glaube ich funktioniert es auch nicht. Aber das sind zwei sehr interessante Beispiele. Weil das, was sie als Lernerfolge oder Beispiele guter Führung aus der Schulzeit ja Eingang gefunden hat in die Manager – und Führungstrainings, die ich erlebt habe, auch dort gab es diese Betonung, also wenn sie einen Mitarbeiter im Lift antreffen, dann muss der überlegen, wer sie sind, aber Sie, als Führungskraft, als Chef, sie müssen den kennen, und sie sprechen ihn dann persönlich an. Also, das muss man üben, regelrecht, mit Fotos oder was auch immer, in einem Konzern, zumindest einmal die erweiterte Abteilung und die erste und zweite Ebene und oft auch die Dame vom Empfang oder im Service, müssen die persönlich ansprechen können, irgendwo abgespeichert haben. Ich habe mal in einer Agentur mit über dreihundert Mitarbeitern gearbeitet, und wahrscheinlich alle dreihundert Mitarbeiter hat dieser Geschäftsführer im Kopf gehabt, das hat er uns im Training dann auch gesagt, ich muss den Namen kennen, ich muss den erkennen können, dann werde ich genau diesen Vertrauenseffekt auslösen können, den sie beschrieben haben. Aber 900, das ist schon im Bereich von Gedächtnisweltmeisterschaft,

Silke Weis: Ja, das war eine sehr kluge Frau.

Alfed Fuhr: Ja, und das waren ihre Erlebnisse und ich nehme jetzt einfach mal etwas vorweg, der rote Faden, der Interviews, die ich bisher geführt habe, geht um solche Dinge wie Lernwendepunkte im Leben, weil die Expertinnen und Experten entweder an einer Stelle, wo sie Verantwortung übernehmen wollten, entweder durch ein System organisierter Unverantwortlichkeit, Unpersönlichem ausgebremst worden sind, oder einfach nicht erlaubt war, nicht vorgesehen war, dass sie jetzt hier Verantwortung übernehmen, und das führte dann über einen etwas längeren Orientierungszeitraum dazu, dass sie gesagt haben, okay, dann bin ich hier falsch und das hat dann, was ich auch für einen Lerneffekt halte, dass man dann, auch wenn der Job gut ist, wenn er Sicherheit verspricht, dass es da einen Punkt gibt, wo man sagt, da kann ich jetzt nicht mehr mitmachen! Haben sie auch so etwas erlebt?

Silke Weiss: Ja. Da kann ich mich gleich drauf beziehen.

Alfed Fuhr: Gut. (lacht)

Silke Weiss: Ich bin Lehrerin geworden, weil, wie schon gesagt, ich hatte meine Schulzeit in guter Erinnerung, und ich habe zumindest die ersten Jahre, mit viel Herzblut und Enthusiasmus unterrichtet. Ich habe viel ausprobiert, so als Hans Dampf in allen Gassen, und Vogelfreiheit gehabt. Ich habe vieles ausprobiert, vieles möglich gemacht, und irgendwann setzte so etwas ein, wie : Okay, und was jetzt? Ich hatte schon vorausschauend vier Fächer studiert, weil ich dachte, damit es mir nicht langweilig wird. Plötzlich merkte ich , jetzt setzt Wiederholung ein, oder jetzt fängt es an ein bisschen anstrengend zu werden. Wenn ich Einheiten wiederholen muss, fehlt mir die Frische, dann lerne ich nicht mehr so viel dabei. Mich hat immer das interessiert, was ich gerade selbst am Lernen war. Was am meisten gebrannt hat, da war ich auch gut im Unterrichten! Als diese Müdigkeit einsetzte fing ich an zu schauen, was es für Möglichkeiten, oder Aufgaben gibt. Ich war schon immer  didaktisch aktiv, ich hatte auch schon in Zeitschriften publiziert, ich war von Anfang an in der Lehrerbildung tätig, … Aber ich habe gemerkt, da gibt es hetzte einfach eine Grenze. Ich kann nicht sofort in die Referendars Ausbildung und es war absehbar, dass in den nächsten Jahren auch kein Platz frei wird. Da ich mit zwei kleinen Kindern auch an den Standort gebunden war, konnte ich nicht sonderlich flexible sein. Und dann habe ich mitgekriegt, als Beamter wirst du nach Dienstjahren befördert, nicht unbedingt danach, wie viel du leistest. Also zum einen habe ich gemerkt, ich komme da nicht weiter, ich muss verharren. Zum anderen wurde ich stutzig, denn ich konnte meinen  Chemieunterricht mit den Aufgeschrieben meiner alten Hefte meiner Schulzeit gestalten. Ich dachte mir, das gibt es doch gar nicht, wir machen immer noch das Gleiche. Und dann kam noch hinzu, dass das Interesse der Schüler nachließ. Sie fragen nicht mehr interessiert nach, sie wollen eigentlich nur noch wissen, was sie für die nächste Klausur lernen sollten. Das hat nach und nach dazu geführt, dass ich mich an meinem Traumberufsort Schule nicht mehr ganz wohl gefühlt habe. Hinzu kamen dann auch mehr und mehr bürokratische, organisatorische Dinge, die nicht meine Leidenschaft sind!

Alfed Fuhr: Wo sind wir da, so in welchem Jahr? Wo sie das bemerkt haben?

Silke Weiss: mh, 2006, 2005, vielleicht. Ich fing dann an, mich in der Didaktik umzuschauen, denn da hatte ich mir selbst sehr viel beigebracht und eigentlich hatte ich keine Ahnung, was die Wissenschaft dazu sagt. Zuerst war ch mit ein par Stunden, und dann mit ganzer Abordnung an der Hochschule, um einen wissenschaftlichen Weg einzuschlagen. Das ist mir zu Beginn unheimlich schwer gefallen, ich mochte meine Kollegen, meine Schule, ich mochte meine Schüler und ich hatte einen guten Stand. Und gleichzeitig hat mich auch das Neue sehr gezogen, das Lernen, also das Weiterwachsen. Ich war mehrere Jahr ein einem tollen Medienprojekt und habe selbst sehr viel dabei gelernt. In der Schule verbeamtet zu sein, hatte mir zu wenig Raum gelassen für meine eigene Entwicklung, und die ist mir aber wichtig. Wichtiger als Sicherheit und Status. Ich hatte ja am Anfang gesagt, ich bin Lernjunkie, und für mich ist Entwicklung ein lebenslanger Prozess, und irgendwie hatte ich wenig Möglichkeiten, das an der Schule weiter zu verfolgen,

Alfed Fuhr: Ich hatte auch so ein Erweckungserlebnis, als ich mit meiner Tochter, die ist auf dem selben Gymnasium gewesen wie ich, und ich kann original das beschreiben, als ich mit Lust an Gemeinschaftskunde, dann als Soziologe, mal back to the roots wollte, und siehe da, der Lehrer meiner Tochter, war auch noch derselbe Lehrer, nur halt jetzt etwas älter, der hat genau dasselbe erzählt. Da merkt man schon, dass die Tradition auch in der Vermittlung, sehr viel stärker ist, als dass was an Anforderungen durch den gesellschaftlichen Wandel, oder auch was man schulisches Umfeld nennt, dass das irgendwie so abperlt, ich fand das Erlebnis, (lacht) interessant, es gibt also so etwas wie Qualitätssicherung, (lacht) da wird das was ich schon damals gut fand, das wird auch heute noch erzählt, auch die Art und Weise, witziger Weise auch dieselben Beispiele, die haben die irgendwie im Kopf, um mit Bildern dann bei den sich natürlich jetzt auch veränderten Jugendlichen, die ihm da jetzt gegenüber sitzen, einen Aha Effekt zu zaubern, und das andere ist mir aufgefallen, ich habe mal Schulleiter befragt, im Rahmen meiner Masterarbeit, als ich aus meinem Beruf raus bin, da habe ich eben noch mal studiert, habe Communication & Leadership gemacht, und da hat mich interessiert, äh, welche Führungsmöglichkeit gibt es in Bildungsprozesse, wo ich glaube, dass dort die meiste Musik drin ist, welche Führungstheorien, gibt es da eigentlich? Und ich bin dabei auf Berufsschulen gestoßen, da war meine Neugier am größten. Weil man offenbar über die am wenigsten wusste. Da hat mir ein Schulleiter etwas sehr Interessantes gesagt, er sagte nämlich, in der Berufsschule, da kommen ja auch Quereinsteiger aus der Industrie, die haben dort Managertraining hinter sich, und er hat mir erzählt, ich habe mit denen Teambildungsprozesse gemacht, und und und, aber wir schaffen es an Berufsschulen bis heute nicht geschafft, mal gemeinsam ein Mathematik Lehrbuch zu machen, oder kollektiv neue Lehrmittel zu entwickeln, und dann sagte er, es könnte so schön sein, aber die Leute würden sich dann doch lieber auf den Balkon zuhause zurück ziehen, oder mit einem Freund dann doch lieber was Eigenes zu machen. Dieser Wunsch was Eigenes zu machen, da kann man wenig dagegen machen, aber worum es ja auch geht, dass man in Gruppenarbeit oder einen Team Building Prozess macht, das glaube ich, das ist sehr sehr schwierig, und das hat damit zu tun, wenn sie verbeamtet sind, ist es äußerst schwer, wenn ein Beamter, weil er Schulleiter wird, einem anderen Beamten, mal sagen will, mach das mal so und so, der Durchgriff hat ihm irgendwie gefehlt, das fand ich interessant, und was sich bei Ihnen auch abbildet, und das führt dann auch dazu, dass man darüber nachdenkt, es muss doch noch eine andere Form geben, wie man Bildung und Lernen organisiert. Und da sind sie auch gutes Bespiel, für den Weg, den sie eingeschlagen haben, über Didaktik zu forschen, wie vermittele ich etwas? Ich kann nicht Kindern etwas genauso vermitteln wie Erwachsenen, mich selber so stark machen, dass ich sage, das muss ich jetzt ausprobieren.

Silke Weiss: Ja, ich möchte gerne noch einmal etwas zur Tradition sagen, weil Systeme dazu gemacht sind, sich zu erhalten und weniger sich zu verändern. Die Struktur im Beamtentum,verstärkt dies. In der Zeit, als Schule entstanden ist, also Kaiserzeit, herrschte Disziplin und Ordnung, und daraus sind  Strukturen entstanden sind, die uns heute noch mehr oder weniger dienlich sind. Das Gesunde daran ist, dass ohne Tradition Chaos Trotzdem sind die Anforderungen heute natürlich ganz andere, damit muss Schule jetzt lernen umzugehen. Das heißt natürlich auch, dass sich der Lehrerberuf, die Rolle, und das Unterrichtsgeschehen prinzipiell verändern wird. Es ist ein fundamentaler Wandel, auf den wir jetzt zu steuern. Der Kulturunterschied von traditioneller Struktur, zu den Anforderungen der Leistungsgesellschaft erzeugt Spannung, was immer mehr erkannt wird. Seit einiger Zeit wollen wir weg von Leistung, wir wollen uns auch wohl fühlen, und Schulen als Lebenslernorte begreifen. All das prallt  auf eine Struktur, die dafür nicht gedacht war.

Alfed Fuhr: Genau. Und das können wir ja beim Forum sehr konkret machen, weil wir dort über neue Lernräume sprechen, weil wir dort über den Boden, auf dem Lernen stattfindet nachdenken, die Architektur, in der zukünftig das Lernen stattfinden wird,  dass das sich natürlich auch verändern muss. Ich bin ein Gesamtschulkind, und ich kam aus der Grundschule, und das am meisten Verstörende, das war für mich, dass wir dort mit der neuen Klassenlehrerin unsere Tische im Raum selbst stellen durften. Eine Ordnung durch Aushandlungsprozesse selber herstellen mussten. Da habt ihr jetzt alle einen Tisch, wer will mit wem, mit Zweier Gruppen, und dann haben wir wirklich unsere Tische so gestellt, und das sah für mich völlig chaotisch aus. Es gab keine L-Form, es gab gar nichts, und so haben wir die erste Zeit in dieser Gesamtschule agiert, bis dann jemand auf die Idee kam, für Gruppenarbeit schieben wir die Tische mal so zusammen, und für mich mit meiner Erfahrung, einer schlimmen Grundschulerfahrung, war das für mich ein Punkt, wo ich gemerkt habe, oh , ah, die meinen das hier ernst. Auf der einen Seite verstörend, die wollen dich ganz, es reicht nicht aus, dass du da hinkommst, nein, die setzen auf dich, und das hat wirklich einen richtigen Schub ausgelöst, ich bin dann auch wie sie in die Schülervertretung gegangen, hab mich engagiert, damals war ja für uns Bildungspolitik Klassenpolitik, das war ja richtig ein Kampfbegriff, und ich glaube, das ist jetzt der nächste Schritt, das wir jetzt über den konkreten Raum nachdenken, damit in diesem Raum sinnvolles tolles Lernen passiert. Und sie haben ja die Veranstaltung organisiert, sie haben sich etwas dabei gedacht, welche Leute sie da zusammen bringen, und ist es nicht vielleicht naiv zu sagen, wir brauchen einfach nur einen neuen Raum, oder ist es umgedreht so, wenn wir diesen konkreten Raum nicht ansehen, brauchen wir nicht über mehr räume und das schulische Umfeld, den Stadtteil, etc. nachzudenken, wo dann Schule passiert, welcher Weg erscheint Ihnen da am sinnvollsten?

Silke Weiss: Ich glaube, dass es da kein „Entweder- Oder“ gibt. Eher ein „Sowohl – als auch“. Und um das, was auf Schulen zukommt, die großen Themen von Inklusion, Integration, Individualisierung, Ganztagsschule, zu bearbeiten, braucht es neue Räume. Wenn ich versuche all das in die alten räumlichen Strukturen hinein zu pressen, z.B. mit dem Versuch, die immer größer werdende Heterogenität doch noch in einem Raum irgendwie binnen differenziert zu erhalten, vielleicht sogar noch frontal, wird es nicht funktionieren, und das heißt mit einem neuen Raumkonzept wird da ein Schuh draus! Es sind eigentlich nicht einzelne Themen, sondern das ist zusammen genommen ein großes Thema: Schultransformation.

Alfed Fuhr: Also eine Transformation der Schule anhand der Herausforderungen, die auf Schule als System zukommen. Und gefühlt, da kommt ja jeden Tag etwas Neues auf Schule zu, oder?

Silke Weiss: Jein. Was neues, das würde ich nicht sagen, es sind große Themen, die nicht plötzlich entstehen, sondern die schon seit vielen Jahren schon präsent sind, die aber jetzt mit einer Vehemenz auftreten, dass wir sie nicht mehr wegleugnen können. Damals in dem Projekt, in Frankfurt von 2006- 2010 ging es um Medienkompetenz für Lehrkräfte. Wir haben Kurse designed, für Lehrer, und ihnen erklärt, was man mit der linken und rechten Maustaste machen kann. So fingen wir an. Da war das alles noch so weit weg. Es gab Computerräume, teilweise schlecht ausgestattet, und jetzt auf einmal, da nimmt das so richtig Fahrt auf, mit „bring your own divice“etc. Das haben wir zwar noch nicht aber, der Schritt ist nicht mehr besonders groß. Die digitalen Lernplattformen zusammen mit kompetenzorientiertem Unterricht, ergeben neue Möglichkeiten, wieder individualisiert zu fördern. Der Ganztagsunterricht fordert Lehrer in einer ganz anderen Rolle, … das sind alles Themen, die ineinander greifen, die stehen nicht separat, deshalb ist es für mich total wichtig einen Überblick zu behalten. Es sind aber nicht nur äußerlichen Strukturen. Deshalb geht es auf unserem Symposium sowohl um  innere als auch äußere Strukturen einer neuen Lernkultur,

Alfed Fuhr: Und das hat mich gerade begeistert, weil über Digitalisierung und über die Unmöglichkeit und die Überlastung, die durch die Digitalisierung schon eingetreten ist, da hat man ja auch dieses Paradox, dass ich zumindest, Schule als einen geschützten, ja Schonraum begreife, wo Dialoge und Prozesse, in einer angemessenen Geschwindigkeit gelernt werden müssen, und die Digitalisierung zwingt uns aber eine andere Geschwindigkeit auf, und das zwingt uns jetzt noch mehr dazu, darüber zu streiten, was jetzt genau noch vermittelt werden soll, wo wir uns als Gesellschaft überlegen müssen, das geht auch nicht auf die Schnelle, was muss den ein Mensch, über die Grundschule, bis zum 16. Lebensjahr, oder in diesen zehn Jahren, wo sich entscheidende Bildungswege ereignen, und dass ist glaube ich nur machbar, wenn man sowohl die äußeren, diesen Elefant, der da im Raum steht, das Internet, wo mir 17- jährige sagen, ich brauch nicht mehr an der Schule zu lernen, ich habe doch jetzt das Internet, und gleichzeitig aber auch genau diese 17- jährige total begeistert ist und Spaß dran hat in Büchereien zu gehen, in Antiquariate, um das gedruckte Buch zu lesen, es gibt beide Faszinationen, und das wird in unseren hektischen von Medien abgebildeten Welt leider nie so rüber gebracht. Das hat mich fasziniert am Forum, das ich da beides bekommen kann, Ich kann mich über den Boden, über die Grundlagen unterhalten, an die dann die Digitalisierung an den Schulen sich anschließt, sonst geht es Schulen, wenn sie diese Hausaufgaben nicht gemacht haben, genauso wie dem Nutzer, der zum ersten Mal auf so einer Sozial Media Plattform herumgeistert, dass er sich sofort überfordert fühlt, und dann versagt, und sagt, nein, dann will ich das digitale nicht. Das ist so mein Blick, nachdem ich jetzt auch eine Menge Interviews geführt habe. Daher finde ich das so spannend, wen sie da alles zusammen bringen. Was hat sie dabei angeleitet, außer der Erfahrung, dass sie Schule als ihren Lieblingsberuf bezeichnet haben, und die Didaktik, und dann die Herausforderung angenommen haben, ihren Kolleginnen und Kollegen Medienkompetenz bei zu bringen und diese Erfahrungen weiter zu geben.

Silke Weiss: Ich habe mich durch die Erlebnisse, durch die LernKulturZeit, sehr mit der persönlichen Potentialentfaltung und Entwicklung beschäftigt, auch mit dem Wertewandel. Das ist auch eine Baustelle! Zurück zum Thema Medienkompetenz: Wir haben die Lehrer damals toll geschult, aber im Unterricht kam trotzdem nichts an! Es gibt den Begriff der Computerangst, das ist vor allem die Angst sich zu blamieren, sich mit etwas, das man nicht perfekt kann, in den Unterricht zu wagen. Eine typische Aussage war: 2Ich übe noch weiter, und wenn ich das Programm dann richtig gut beherrsche, wende ich es mit meinen Schülern im Unterricht an.“ Das ist utopisch! Lehrer können heute nicht mehr diejenigen sein, die alles wissen.

Wenn wir etwas verändern wollen, reicht es nicht, eine neue Methode zu verwenden, oder eine neue Unterrichtsform, sondern es gehört essentiell dazu, an der inneren Haltung zu arbeiten, zum Beispiel zu sagen: Ich weiß zwar nicht wie das Programm funktioniert, aber ich habe gesehen, man kann damit tolle Sachen machen, lass es uns gemeinsam herausfinden, dann lerne ich auch noch etwas dabei – dann bleibt es spannend, oder ah, das sind jetzt die brennenden Themen, lass uns mal schauen, was wir dazu gemeinsam heraus finden können. Wenn wir von Potentialentfaltung sprechen, also einzelne Schüler in ihrem Potential begleiten, erfordert das Einfühlungsvermögen, im Kontakt sein, ahnen, wo jemand seine Kompetenzen hat, um ihn dann zu beraten und zu fördern. Und zwar in seinen Stärken, und nicht nur zu versuchen, seine Schwächen auszumerzen. Wenn ich aber selbst nie erfahren habe, was es heißt mein Potential zu entfalten, und darin gesehen und gefördert zu werden, dann wird es schwierig, meinen Schülern diesen Raum für Entwicklung anzubieten. Deshalb machen wir, in der LernKulturZeit das, was wir machen, einen Möglichkeitsraum zur Entfaltung anzubieten. Was die Struktur unseres Symposiums betrifft, so orientieren wir uns an Theorie U, also an einem Prozess, wo wir erforschen, wie Menschen alte Muster loslassen und sich für Neues öffnen können. Das fängt immer erst einmal damit an, Unterschiede zu machen, zu erkennen, durch Feststellen, ah, da ist etwas anders, als ich es bisher glaubte, oder als ich dachte, dass es so wäre. Deshalb haben wir ganz bewusst zum Beginn des Symposiums Vorträge und Input von Menschen, die anregen, neu zu denken. Ganz egal, ob das Leute sind von Hochschulen, oder Unternehmen, die einen frischen Wind rein bringen wenn sie berichten: Wir sind von all dem was es sonst so gab, abgewichen, wir haben etwas anders gemacht. Wir begleiten den Prozess der Teilnehmer durch Phasen, wo wir in den Austausch gehen, und fragen, was hat es mit mir zu tun. So bekomme ich im Laufe dieser vier Tage nicht nur neue Informationen, sondern auch Informationen, was es mit mir macht, und Raum für die Frage: Was ist mein nächster Schritt? Wir spannen immer diesen Bogen von Information geben, die Leute in Kontakt bringen, sie einladen, sich selbst Gedanken zu machen, was sie selbst beschäftigen, was sie selbst verändern wollen, was sie loslassen, wo sie sich bewusst werden, wo sie noch selbst fest hängen, vielleicht in veralteten Strukturen, und dann aber auch anbieten, gerade auch am Samstag beim IP- Building Forum, Menschen, die tatsächlich in der Praxis für Schule etwas anders gemacht haben, oder noch machen wollen,  zu begleiten.

Auf dem Marktplatz haben wir Projektbüros indem sich Teams beraten lassen können. Die Menschen, die dort als Teilnehmer dabei sind, sind eben nicht nur Teilnehmer, passiv, sondern ganz aktiv. Sie  können sich einbringen, mit ihren Ideen, aber auch mit ihren eigenen Projekten, und werden unterstützt. Unsre Absicht ist, eine nachhaltige Veranstaltung zu schaffen, innen wie außen. Und, natürlich sind wir an einem Ort, wo man nach nachhaltigen Prinzipien lebt. Das Essen wird auf nachhaltige Weise produziert, nicht nur ökologisch sondern auch sozial. Das Erfahrene wird nachhaltig verankert, indem ich mit einem nächsten Schritt für mich nach hause gehe, das ist uns ein großes Anliegen. Jeder sich über äußere Strukturen Gedanken machen und auch über die innere, die eigene Architektur Gedanken macht.

Alfed Fuhr:  Spannend. Eine Interviewpartnerin hat mir gesagt, ich erwarte im Gegensatz zu diesen großen – ja fast schon Messen, Symposien, wie Didacta oder sonst was, da hat sie eine ganz einfache Erwartung, ich will eigentlich ab morgen in meinem Projekt, dem laufenden Projekt, oder dem was jetzt neu entsteht, etwas besser machen, das ist spannend, weil ja dann meistens auch zum Schluss zwar gefragt wird, was nehmen sie denn mit, und man aber meist vorher nicht bestimmte Erwartungen klärt, das glaube ich, das ist, das spannende beim Forum, dass hier die Zuschauer, die Teilnehmer, selber lange miteinander ins das Gespräch kommen. Ansonsten geht man ja auch gerne mal wo hin, erfreut sich an dem was da auf der Bühne passiert, das ist oft ja auch lehrreich, man schaut zu, wie sich auf dem Panel Meinungen für uns streiten, die streiten sich ja für uns da auch mit, weil wir ja auch mit den unterschiedlichsten Positionen kommen,  aber das ist hier beim Forum definitiv nicht so. Mein Eindruck war, dass wir dort lauter solche Magnete haben, die alleine schon damit, was sie so erzählen, sich verstärken werden, und darum werden auch in den kleinen Gesprächen, sich sofort darum Menschen versammeln und stehen bleiben, egal was sie sich eigentlich an Programm selbst vor genommen haben, da wird man sehen, lässt man sich positiv im wahrsten Sinne des Wortes irritieren.

Silke Weiss: Ja,

Alfed Fuhr:  Das ging mir schon beim Lesen ihres Programmes so. Plötzlich zwischen allen Themen, von Schule, Bauen, Architektur, Raum, da tauchte dieser nachhaltige Druckereibesitzer auf, und da habe ich mir Gedanken gemacht, ob das so ist, dass Schulen und Bildungseinrichtungen eben auch noch sehr viel Papier brauchen, ja, oder dass man eben bei meinem noch immer Lieblingsmedium Buch, dass man das auch ganz ganz anders machen kann. Den Herrn Gugler meine ich…

Silke Weiss: Haben sie schon mit Herrn Gugler gesprochen?

Alfed Fuhr: Nein, aber ich habe mal einen Vortrag von Prof. Michael Braungarten Craddle to Craddle hier in Hanau auf einem Innovationsforum gehört, und ich gehe nicht mehr so gerne zu Innovationsforen hin, wo Unternehmen sprechen, die eher Innovationen verwalten, ich glaube ja auch nicht, dass man eine ganze Gesellschaft in Disruption bringen kann, nur durch eine Technologie, oder die Digitalisierung, sondern es gibt immer Orte, wo das verhandelt wird, wo das passiert, und da ist Schule für mich ein zentraler Ort, wo das verhandelt wird, weil sich da alles trifft. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, wenn ich mich beim Small Talk mit jemand unterhalte, wo waren sie den auf der Schule, oder wo haben sie denn studiert, witziger egal welche Profession er hat, ob er Physiker ist, oder sonst was, auf einmal ist man entweder auf einem Level oder man bekommt mit, was es dabei für riesige Unterschiede gibt.  Auch wie Menschen, ihre Schul- und Lernzeit verarbeitet haben, sie erinnern, ja, das alleine ist oft schon superinteressant. Und wenn da jetzt die unterschiedlichsten Berufsgruppen darüber nachdenken, Schule ganz neu zu denken, was man ja eigentlich nicht kann, aber sprachlich haben wir ja keine andere Möglichkeit, um diesen sozialen Prozess zu beschreiben, über die Anforderungen, für die Räume, und dort haben z.B. die Architekten die Möglichkeit mit denen sich auszutauschen, für die und mit denen sie später die Schulen bauen. Und selbst die Leute, die investieren, die Lernen die Leute kennen, die das später für sie umsetzen. Auch eine Erweiterung des Themas Nachhaltigkeit, von dem was man so kennt, Schulgärten, um eine soziale Nachhaltigkeit, dazu gehört Verankerung im Stadtteil, der Stadt, oder die Verbindung zu anderen sozialen Einrichtungen mit zu denken, einzuplanen, um auf die Anforderungen, wir haben ja schon über die Digitalisierung gesprochen, das zweite große Thema ist ja die Demografie, und natürlich die soziale Gerechtigkeit und wie macht man Schule wieder so attraktiv, dass eine Fernsehsendung über Schule, spannender wird und Spaß macht, und wir nicht immer nur über Defizite berichten müssen, wie das die Herkunft für den Bildungserfolg entscheidend ist, dass man wirklich mal auf diesen Lernraum mit ganz unterschiedlichen Berufsgruppen und Sichtweisen schaut.

Silke Weiss: Ja, ich glaube wir brauchen diesen Blick über den Tellerrand, dass wir nicht länger in unserem eigenen Saft kochen. Viele , die etwas verändern wollen, haben oft das Gefühl, sie sind alleine, und das stimmt ja nicht. Auch dafür machen wir diese Art von Veranstaltung, Es gibt viele Pioniere, ich merke immer wieder in meiner täglichen Arbeit, wie wenig davon bekannt ist. Mir ist es einfach ein Anliegen, über Schulgrenzen, über Bundeslandgrenzen hinweg, ein Anlaufpunkt zu sein für diese Inspiration. Dass ich hier hin komme und mit neuen Ideen wieder weg fahre, und Mitstreiter kennen gelernt habe, Gleichgesinnte, Mut zu haben, Mut zu machen, einzuladen, weiter zu denken,

Alfed Fuhr: Ich glaube, wir haben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ja schon eine Menge Lust gemacht, und auch Mut gemacht, und eben auch gesagt, dass es eben das Thema Verantwortung, um Haltung geht, das die entscheidend ist, im Unterschied vielleicht zu anderen Veranstaltungen, was wünschen Sie, Frau Weiss, sich denn noch? Wer sollte denn noch kommen, auf Schloss Tempelhof im Mai, an den wir vielleicht noch nicht gedacht haben? Ich als kleiner Tipp, ich war ja auf der Light &Building Messe in Frankfurt und dort wurde auf einem Technologieforum des ZVEI nachgedacht wie man mit Human Centric Lighting, ja, die aus der Arbeitsforschung Ergebnisse zum richtigen Gebrauch von Licht für die Produktivität zusammen fasst, also nach zwanzig Jahren, man nun soweit ist, zu sagen, es reicht nicht mehr aus, es ist sogar kontraproduktiv nur einen hellen Schreibtisch zu haben, oder alles möglichst hell zu machen, weil es Nacht ist und Dunkelheit gefährlich, sondern dass man jetzt dazu rät, (lacht) auch nachts muss das Licht so sein, dass die Leute nicht durch Licht gedopt oder gar geschädigt werden. Das war dort das große Thema! Wie kann ich Ihnen mit Licht Wohlbefinden verschaffen, und da habe ich mir gedacht, jemand der aus diesem Bereich kommt, der ein Bewusstsein von Licht, Produktivität und Gesundheit schafft, das wäre Klasse.

Silke Weiss: Mhm, ja, also ich fände es sowieso wunderbar, wenn nicht nur Pädagogen und Lehrende, Architekten, Planer und Bau oder Nachhaltigkeitsexperten auf dem Symposium sind, sondern auch Vertreter aus der Wirtschaft, wir können dort viel voneinander lernen und wir erweitern uns dabei gegenseitig den Horizont. Diese schon skizzierten Veränderungen, die auf uns zu kommen, im Bildungssystem stellt uns alle vor völlig neue Aufgaben, und da braucht es die Intelligenz von vielen, über viele Bereiche hinweg. Es wäre sehr wünschenswert, noch stärker in Kooperationen zu gelangen.

Alfed Fuhr: Und dafür finde ich auch den Termin so toll, nach dem grauen April, im Mai. Da kann man ja eigentlich nur noch sagen, auf zu diesem Kraft Ort in diesem Monat, der ja auch für Aufbruch steht, wo man sich ganz ganz viel Power, Mut und Haltung ansehen kann, für das restliche Jahr, was ja dann erst so richtig anfängt.

Silke Weiss: Ja, und was wir uns auch wünschen, Sponsoren, die diese Arbeit unterstützen, weil das eine Non – Profit Veranstaltung ist. Wir sind ein Mini-Team, wo 2 Leute richtig viel Arbeit rein stecken, und für die ist das zeitweise ein Full- time Job ist, und das alles ehrenamtlich, sonst wäre das gar nicht zu stemmen.

Alfed Fuhr: Genau, also auch jemand aus der Wirtschaft, der sich sagt, meine Firma, mein Unternehmen will nicht immer nur drüber jammern, dass die Schüler, die als Azubis und neue Mitarbeiter zu Ihnen in die Wirtschaft kommen, was ich so höre auf den Veranstaltungen bei der IHK, ja, wo sich die unternehmen darüber beschweren, über das was sie von den Schulen geboten bekommen, nicht zu dem passt, was sie sich vorstellen, was sie brauchen, und ich mich dann frage, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, sich einfach mal vorher mal Kontakte zu knüpfen, weil Deutschland ja noch einen großen Vorteil hat, um den wir beneidet werden, auch von den USA, die ja als Übermacht in der Digitalisierung alles zu bestimmen scheint, das ist nämlich, dass wir in der Lage waren solche Cluster zu bilden, viele kleine und mittlere Zentren von Innovation und Wirtschaft, das heißt, viele Mittelständische Unternehmen, und daher kann so ein Mittelständler, weil sein eigener Sohn noch auf diese Schule geht, mit bekommen, ob da gerade was Interessantes in der Schule Thema ist, zu dem er was beitragen kann, sein Unternehmen früh für die Schüler öffnet, einen Schritt vorher, bevor sie einen Abschluss haben, wo sie sich bewerben, und man hat früh Impulse gegeben, was Wirtschaft jetzt gerade umtriebt, was gesucht wird, und wenn man sich überlegt, was da auf uns zu kommt, dass mit der Digitalisierung auch die Anforderungen an den Beruf des Elektrikers stellt und noch mehr stellen wird, dass es nicht mehr darum geht, dass man Licht und Strom an und aus macht, sondern dass er systemisches Verständnis haben und Komplexität verstehen muss. Und bis hin zu der Frage, wie bringt der Meister, diesen jungen Schülern noch was bei, weil die nicht nur googlen können, sondern vielleicht schon an Barcamps und anderen Startup Veranstaltungen Gefallen gefunden haben, wie geht er mit deren Informationsvorsprung um? Frau Weiss, das wird alles spannend, ich möchte mich nun zunächst bei Ihnen für ihre Zeit, ihre Gedanken, und auch für den Mut bedanken sich einem Interview auszusetzen, mit einem Menschen, den sie ja auch noch gar nicht kennen. Ich denke, dass nun auch etwas klarer wird, in welche Richtung die Veranstaltung gehen kann, und wer das jetzt mit bekommen hat, kann sich jetzt freuen und schon mal überlegen, wo kann er sich da entweder mit seiner Haltung, seinem Projekt, seiner Idee einbringen, sich überlegen, wen bringe ich denn da noch mit, meinen Kunden, oder meinen Lieblingshersteller, meine Innovationsabteilung, selbst die, die vielleicht daran noch nicht gedacht haben, von daher vielen Dank,

Silke Weiss: Vielen Dank

Alfed Fuhr: Das Gespräch hat mir auch schon wieder sehr viel gebracht und ich freue mich auf das Event im Mai, und ich freue mich wenn wir uns dort persönlich kennen lernen.

Silke Weiss: Ja, (lacht) gerne!

Ein Interview geführt von Alfred Fuhr, dem bekannten  Frankfurter Soziologen, mit der Didaktikerin

 Treffen, sprechen Sie Frau Weiss – nicht nur  im
17. IP-Building Forum am 12.05.2018  
das an einem Tag , am Samstag den 12.05.2018,  im Rahmen des
Symposiums Bildung & Bewusstsein vom 10.05. bis 13.05.2018 statt findet.

Präsentieren Sie Ihre Ideen, Dienstleistungen im 17. IP-Building Forum am 12.05.2018
 17. IP-Building Dialog Forum – Building für Bildung – 12.05.2018
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