Schulen brauchen neue Räume – Das Thema auch im 17. IP-Building Forum 12.05.2018.

[ Text: Silke Weiss  ] “Integration, Inklusion, Ganztagsschule, Digitalisierung, Individualisierung und Potenzialentfaltung. Als Bausteine, die miteinander das Gerüst der neuen Schule bilden. Neue Raumkonzepte helfen dabei.

Die Alemannen Schule in Wutöschingen ist eine Bildungseinrichtung mit einem solchen Raumkonzept.

Um der stärkeren Individualisierung zu entsprechen und jedem Kind den für ihn gerade bestmöglichen Lernraum zur Verfügung zu stellen, braucht es eine Diversität an Räumen. Räume für Kommunikation, zum Entspannen oder, um sich mit der Welt zu verbinden. Aber auch Räume, wo Wissensaneignung und Präsentation stattfinden kann. Räume zum Rückzug und für Gemeinschaft, für das Wohlfühlen genauso wie für Leistung und Lernen. Die Nutzung von Tablets macht die Dezentralisierung und Individualisierung möglich. Die Lernenden erwerben sich durch Verlässlichkeit einen immer größeren Radius ihrer Aktivitäten. Immer mehr Raum für selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen entsteht.

Modernes Bildungsmärchen

Die Geschichte der Alemannen Schule liest sich fast wie ein modernes Bildungsmärchen. Eine Schule, deren Schülerzahlen stetig sinken, setzte alles auf eine Karte. In einer freundschaftlichen Kooperation von Schule, Gemeinde, Eltern, Lehrern und Schülern, entsteht ein Umbau mit offenem Raumkonzept.

Lernraum wird zu Lebensraum

Wer diese Schule betritt, spürt sofort: Hier ist alles anders! Es beginnt schon damit, die Schuhe am Eingang auszuziehen. Hausschuhe an. Zu Hause sein. Sich wohl fühlen. Einen individuellen Lernplatz haben. Sich austauschen. Gemeinsam musizieren und Singen. Lernraum wird zu Lebensraum. Lehrer und Schüler fühlen sich wohl, viel Stress ist aus dem System gewichen. Das ist spürbar. Klassen heißen „Phasen“, Schulgebäude sind „Lernhäuser“, Schüler heißen „Lernpartner“ und Lehrer werden zu „Lernbegleitern“.

Zahlreiche Videos auf der Webseite dokumentieren das große öffentliche Interesse an dieser Schule. Das zeigen auch die Anmeldezahlen, die in den letzten Jahren steil nach oben gegangen sind und jetzt die Schule an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen lässt.

„Schule auf dem Weg zur personalisierten Lernumgebung“

Ein Buch über die Geschichte ist im Herbst 2017 entstanden.

Im Vorwort des Buches „Schule auf dem Weg zur personalisierten Lernumgebung“, erschienen im Beltz Verlag, steht: „Am Anfang arbeiteten wir am Tag, in der Nacht und in den Ferien. Uns wurde erst viel später bewusst, dass wir die einmalige Chance hatten, Schule neu zu denken und im Zuge dessen auch neu zu gestalten. Dass wir als Lehrer*innen die Gelegenheit bekamen, mitzureden, vorzudenken, ja wie uns immer wieder gesagt wurde, Pionierarbeit zu leisten. Dass unsere kleinen pädagogischen Spinnereien solche Kreise ziehen würden, hätten wir nie gedacht, aber es freut uns umso mehr, dass so viele Menschen für sich etwas daraus entnehmen konnten und können.Wir haben so für uns und vor allem auch für unsere Schüler*innen eine zukunfts- und nicht vergangenheitsorientierte Schule entwickelt.“

Und das alles ohne Burnout. Die Motivation sich dieser Aufgabe zu widmen, die eigene Kreativität einzubringen, kam von innen heraus, aus der eigenen Begeisterung. Mit dem Wunsch, Teil einer Veränderung und wirksam zu sein. Das ist ihnen gelungen.

Veranstaltungstipp

Zum Austauschen und Inspirieren, wie innere und äußere Räume einer nachhaltigen Lernkultur aussehen oder wer sein eigenes Projekt präsentieren und weiterentwickeln möchte, geht zum Symposium Bildung und Bewusstsein „Bilde Zukunft!“, wozu alle Querdenker und Netzwerker der Bildungstransformation eingeladen sind: 10. bis 13. Mai 2018, in der Zukunftswerkstatt Schloss Tempelhof.

 

Links zu weiteren Informationen zum 17. IP-Building Forum 12.05.2018:
Präsentieren Sie Ihre Ideen, Dienstleistungen im 17. IP-Building Forum
 17. IP-Building Dialog Forum – Building für Bildung – 12.05.2018
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Text: Silke Weiß
Fotos: Gemeinde Wutöschingen / Alemannenschule Wutöschingen (CC BY-NC-ND 2.0 DE)