Endlich wird Rad- und Fußweg über den Dächern der Stadt gefördert!

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Projekt „Parkbogen Ost“ ist ein fünf Kilometer langer Fuß- und Radweg über den Dächern der Stadt Leipzig und durchsteift mehrere Parkanlagen und Sehenswürdigkeiten, wie das Grassimuseum. Im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ wird das Projekt, das sich größtenteils auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke befindet, mit 3,3 Millionen gefördert.

Seit mehreren Jahren gibt es die Idee, auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke des östlichen S-Bahn-Rings in Verknüpfung mit vorhandenen Parkanlagen und Kleingärten sowie Freiflächen einen Rad- und Fußweg anzulegen. Bereits als die Strecke noch in Betrieb war, man aber von ihrer geplanten Stilllegung durch die Eröffnung der S-Bahn Mitteldeutschland (2013) wusste, plante man, wie könnte diese Verbindung neu genutzt werden. Dazu gründete sich die „Initiative Parkbogen Ost“ mit vielen Akteuren und Partnern.

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Bei den „Parkbogen Ost“-Tagen im Jahr 2014. Fotos: Dave Tarassow, IP-Seminars

Die Idee des Parkbogens ist super. Man beginne am Grassimuseum, unweit vom Augustusplatz (Innenstadt) entfernt, durch den Alten Johannisfriedhof und der BUGRA (Messehaus der Buch- und Graphik-Ausstellung), weiter entlang des Lene-Voigt-Parks (ehemals Eilenburger Bahnhof) zur Anger-Crottendorfer-Bahnschneise. Gegenüber stehen herrliche sanierte Gründerzeithäuser. Über eine geplante Brücke und Rampe würde man nun auf die stillgelegte Eisenbahnstrecke kommen. Ein Steinviadukt ermöglicht einen Ausblick über den Dächern der Stadt. Zu Kleingärten, zum City-Hochhaus oder der Neuen Messe. Auch die ehemalige Karl-Krause-Fabrik ist eine der Sehenswürdigkeiten, die man entlang des Gleisbetts sehen kann. Immer gibt es mehrere Verknüpfungspunkte zu Straßen, Kleingärten, Parks und Sehenswürdigkeiten, aber auch Freiräumen, die noch entwickelt werden können bzw. müssen. Zum Schluss führt der Weg an einer intakten Eisenbahnstrecke zum ehemaligen Postbahnhof. Vorbei an der Parthe, den Bahnbetriebswerken der Deutschen Bahn und endet schließlich im Hauptbahnhof.

Für die Weiterentwicklung der Projektidee hat das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) der Stadt Leipzig als federführendes Amt im Dezember 2014 die Erstellung eines Masterplans in Auftrag gegeben. In die Erarbeitung waren außer den städtischen Ämtern und der „Initiative Parkbogen Ost“ zahlreiche Kooperationspartner einbezogen. Nach der Sommerpause soll der Entwurf dem Stadtrat vorgelegt werden. Sobald der Ratsbeschluss vorliegt, können die ersten Realisierungsschritte angegangen werden.

Am 16. Juli 2015 gab die Ministerin des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Barbara Hendricks, bekannt, dass das Leipziger Projekt „Parkbogen Ost“ mit einer Summe von 3,3 Millionen Euro im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ finanziert werden.

Bundesmittel ermöglichen Umsetzung zu weiteren Schritten

Mit den nun zugesagten Bundesmitteln können zunächst Sanierung bzw. Neubau von Brücken auf dem Areal des künftigen „Parkbogens Ost“ finanziert werden. Denn, die Deutsche Bahn hat wenig Interesse an einer Erhaltung der Stahlbrücken und reißt sie lieber ab. Einige müssen auch wirklich geopfert werden, weil ihr maroder Zustand eine Sanierung nicht meh zulässt. Andererseits kam die DB auf die Idee, man könnte die Strecke wieder reaktivieren, als Umleitungsstrecke. Für Brückenneubauten sind unter anderem auch internationale Wettbewerbe angedacht. Eine Betreibergesellschaft für den „Parkbogen Ost“ soll aufgebaut werden. Sie soll später die Wartung, Pflege und Weiterentwicklung von Projekten sowie das Gesamtmanagement des Parkbogens übernehmen. Dazu gehört beispielsweise auch der Aufbau eines Netzwerks „Grüne Akteure“. Eine wichtige Aufgabe dieses Managements ist die Einbindung der Kleingartenvereine in die lokalen Quartiersnetzwerke.

Einbeziehung der lokalen Akteure

Zur Einbeziehung der lokalen Akteure sind eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen. Sie reichen von Online-Werkstätten und Sprechstunden über Arbeitseinsätze, Patenschaften bis hin zur Bürgerkonzeption und eigenem Verfügungsfonds zur Umsetzung erster Maßnahmen. Solche Verfügungsfonds gibt es beispielsweise auch für den Leipziger Westen oder die Georg-Schwarz-Straße.

Ab Sommer 2016 soll der Standort der ehemaligen Feuerwache Ost (gegenüber der ehemaligen Karl-Krause-Fabrik/alter S-Bf. Anger-Crottendirf) zu einem HotSpot lokaler Akteure aufgebaut werden. Die Entwicklungszentrale des Parkbogens (Management, Begegnungsstätte & Co.) wird hier angesiedelt, ebenso das wachsende Netzwerk „Leipziger Freiheit“ (Beratung und Projekte für bezahlbares Wohnen).

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Regelmäßig werden von der Initiative und Partnern Führungen angeboten. Die diesjährigen „Parkbogen Ost“-Tage finden am 13. September 2015 statt.

Bürgermeisterin und Beigeordnete des Dezernats Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig, Dorothee Dubrau, kommentiert: „Es ist sehr erfreulich, dass neben den zahlreichen Bürgern und Initiativen auch das zuständige Bundesministerium das Potential dieses zukunftsfähigen Projektes erkannt hat und mit der Förderzusage der Empfehlung einer unabhängigen Jury gefolgt ist.“

Weiterführende Informationen:

Allgemeine Infos zum Parkbogen Ost

facebook-Seite der „Initiative Parkbogen Ost“

Pressemitteilung der Stadt Leipzig vom 17. Juli 2015

Hendricks fördert national bedeutsame Projekte des Städtebaus mit 150 Millionen Euro

MDR-Beitrag über Förderung des Projekts vom 17. Juli 2015

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